Die Aktienperformance von Apple sieht angeschlagen, aber noch nicht gebrochen aus.

Apple ist es nicht gewohnt, die Ausnahme zu sein – besonders nicht im elitären Kreis der Technikbranche. Während die anderen der „Magnificent Seven“ in letzter Zeit eine ordentliche Laufzeit genossen haben, sind Apples Aktien still und leise ins Minus gerutscht. In diesem Jahr bisher über 20 % im Minus und im Mai hinter seinen Wettbewerbern zurückbleibend, wirkt die weltweit wertvollste Marke plötzlich etwas weniger unbesiegbar.
Was steckt hinter dem Einbruch? Eine Mischung aus Politik, Produktionsproblemen und einigen spitzen Bemerkungen von Donald Trump, der nun mit einer 25%-igen Zollgebühr auf iPhones droht, die nicht in den Vereinigten Staaten hergestellt werden. Für ein Unternehmen, das jahrelang eine fein abgestimmte globale Lieferkette aufgebaut hat, ist das eine unerwartete Herausforderung – und eine, die die Märkte bereits verunsichert hat.
Doch bevor man Apple als über seinen Höhepunkt hinaus abschreibt, lohnt es sich, etwas tiefer zu schauen. Ist das wirklich ein Zeichen für Probleme in Cupertino – oder nur eine kurzfristige Blessur bei einem ansonsten soliden Geschäft?
Apple Zollbedrohungen und der Trump-Effekt
Alles begann (wieder) mit einem Beitrag auf Truth Social. Donald Trump erinnerte Apple-CEO Tim Cook öffentlich daran, dass er erwartet, dass iPhones, die in den USA verkauft werden, auch in den USA hergestellt werden. Nicht in Indien. Nicht in China. Nirgendwo anders. Wenn nicht, sollte Apple damit rechnen, "mindestens" 25 % Zollgebühren zu zahlen. Nicht gerade subtil.
Für ein Unternehmen, das derzeit keine iPhones auf amerikanischem Boden produziert, ist das ein großes Problem. Apple verlagert bereits Teile seiner Produktion von China nach Indien und Vietnam – teilweise zur Diversifizierung und teilweise, um frühere Zölle zu umgehen. Aber offensichtlich reicht das nicht aus, um den Präsidenten zufriedenzustellen.
Die Märkte waren ebenfalls nicht begeistert. Apples Aktie fiel nach den Bemerkungen um über 3 % und verzeichnete damit den achten Folgetag von Verlusten.

Zölle klingen zwar wie eine knackige Schlagzeile, sind aber mehr als nur Worte. Apples Lieferkette ist nicht etwas, was man über Nacht ausreißen kann. Analysten sagen, ein kompletter Umzug der Produktion in die USA könnte fünf bis zehn Jahre dauern – und den Preis eines iPhones auf etwa 3.500 $ treiben. Das ist schwer zu verkaufen.
Kurzfristige Schmerzen, langfristiges Vertrauen?
Trotz des politischen Lärms springen die Analysten nicht ab. Viele bleiben sogar ruhig. Gil Luria bei D.A. Davidson vergleicht es mit Turbulenzen auf einem Flug: unangenehm im Moment, aber kein Grund, die Reise abzubrechen.
Warum der Optimismus? Weil Apples Geschäft nicht auf kurzfristigen Schlagzeilen basiert. Es baut auf ein legendär bindendes Ökosystem. Hat man erst ein iPhone, ist es überraschend einfach, auch einen MacBook, AirPods und eine Apple Watch zu besitzen – ganz zu schweigen von einer wachsenden Liste an Services. Eine solche Kundenloyalität lässt sich nur schwer erschüttern, selbst mit der Drohung von Zöllen.
Sollten Zölle auf Apple angewendet werden, träfe das wahrscheinlich auch Samsung und andere globale Smartphone-Hersteller. Das schafft Chancengleichheit und verschlechtert Apples Wettbewerbsposition nicht. Dennoch könnte, je nachdem wie viel der Kosten Apple selbst trägt und wie viel an Verbraucher oder Lieferanten weitergegeben wird, die Gewinnspanne kurzfristig leiden.
Also, ist Apple immer noch eine Kaufempfehlung?
Hier wird es interessant. Die Apple-Aktie wird mit dem rund 26-fachen der erwarteten zukünftigen Gewinne gehandelt – etwas günstiger als einige andere der Magnificent Seven wie Nvidia oder Microsoft. Allerdings wird auch ein langsameres Wachstum erwartet. Die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate (CAGR) über drei Jahre wird auf etwas über 9 % geschätzt.

Alt-Text: Balkendiagramm zeigt die annualisierte Rendite von Apple Inc. (AAPL) über verschiedene Zeiträume.
Quelle: Finance charts
Langsameres Wachstum bedeutet nicht kein Wachstum. Apple ist nach wie vor extrem profitabel, mit starkem Cashflow und einer der ikonischsten Marken weltweit. Und während die Schlagzeilen dramatisch waren, sind sich die meisten Analysten einig, dass dies keine strukturelle Krise ist, sondern eher ein politischer Streit, umhüllt von Marktnervosität.
Das eigentliche Problem könnten nicht die Zölle selbst sein, sondern der sich verändernde Ton zwischen Trump und Cook. In seiner ersten Amtszeit hatten die beiden eine relativ vertraute Beziehung. Jetzt? Mittlerweile nicht mehr so sehr. Das könnte Verhandlungen erschweren, falls Trump eine zweite Amtszeit gewinnt und seine Zoll-Drohungen in die Tat umsetzt.
Technische Aussichten:
Apple mag angeschlagen sein, aber laut Analysten ist es noch lange nicht am Ende. Die Zoll-Drohungen sind real, und die Aktienentwicklung war unbestreitbar schwach, doch die Fundamentaldaten bleiben stark. Dies ist ein Unternehmen mit tiefen Taschen, einer treuen Kundschaft und einem Produktportfolio, das die Menschen immer wieder zurückbringt.
Also, ist jetzt Panik angesagt? Wahrscheinlich nicht. Ist es an der Zeit, genau hinzuschauen? Absolut. Denn unabhängig davon, ob Apple seine Produktion in die USA verlegt oder nicht, eines ist klar: der politische Druck verschwindet nicht. Und scheinbar ebenso wenig Apple.
Zum Zeitpunkt der Erstellung zeigt Apple Anzeichen einer Erholung innerhalb einer Verkaufszone. Die Volumenbalken zeigen, dass der Kaufdruck zunimmt – was die bullische Erzählung stärkt. Sollte es zu einer Erholung kommen, könnten die Preise bei den Niveaus von 212,40 $ und 223,35 $ auf Widerstand stoßen. Bei einem Rückgang könnten die Preise auf dem Unterstützungsniveau von 192,96 $ eine Unterstützung finden.

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