Entwicklung der Inflation im Vereinigten Königreich und der Zinspolitik der Bank von England: Ein umfassender Überblick

January 23, 2024

Das Vereinigte Königreich kämpft mit einem Anstieg der Inflation, die im Laufe der 12 Monate bis Dezember 2023 4,0 % erreicht hat. Dies ist ein Anstieg von 3,9 %, der im November festgestellt wurde, und der erste Anstieg seit Februar 2023. Betrachtet man die monatlichen Schwankungen, so ist der Verbraucherpreisindex (VPI) im Dezember 2023 um 0,4 % gestiegen, was dem gleichen Satz wie im Dezember des Vorjahres entspricht.

Beitragende Faktoren: Tabak und Alkohol

Der Hauptfaktor für die monatliche Verschiebung im CPIH (Verbraucherpreisindex einschließlich der Kosten für das Wohnen von Eigenheimbesitzern) und den jährlichen CPI-Raten war der Preisanstieg bei Alkohol und Tabak. Der Anstieg der Tabakpreise resultierte hauptsächlich aus einer Erhöhung der Tabaksteuer, nachdem die Regierung im Herbst höhere Steuern angekündigt hatte. Die Tabakpreise sind von November bis Dezember um 4,1 % gestiegen, was zu einem signifikanten jährlichen Anstieg von 16,0 % führte. Auf der anderen Seite sind die Alkoholpreise im gleichen Zeitraum um 1,6 % gefallen, was marginal zu dem Anstieg der jährlichen Gesamtquote beitrug.

Durchschnittspreis der Zigaretten Diagramm
Quelle: Dailymail

Inflation und fiskalischer Stimulus

Historische Daten von 2005 bis 2023 zeigen ein Muster der Inflation im Vereinigten Königreich, das typischerweise im Januar im Vergleich zum vorherigen Dezember langsamer wird. Trotz des unerwarteten Anstiegs im Dezember 2023 prognostizieren Analysten eine wahrscheinliche Verlangsamung im Januar, wobei die offiziellen Zahlen voraussichtlich im Februar veröffentlicht werden.

Es wird erwartet, dass die Inflation im Dienstleistungssektor kurzfristig anhält, was weitgehend von dem Umfang eines fiskalischen Stimulus abhängt, der im Haushalt für den März offenbart wird. Gouverneur Andrew Bailey könnte sich entscheiden, vorsichtig zu sein, bevor er sich entscheidet, die Zinsen zu senken, und dabei die anhaltenden Lohnerhöhungen und steigenden Preise für Dienstleistungen zu berücksichtigen. Darüber hinaus kompliziert die Möglichkeit erheblicher Ausgaben der britischen Regierung das Entscheidungsszenario.

CPIH-Tabelle von 2005 bis 2023
Quelle: ONS, Deriv

Erhöhung des Mindestlohns und Inflationsbedenken

Ein großes Anliegen, das zur Inflation beiträgt, ist der bevorstehende Anstieg von 9,8 % des Mindestlohns in Großbritannien, der im April 2024 11,44 GBP pro Stunde erreichen soll. Diese Erhöhung platziert den Mindestlohn im Vereinigten Königreich unter den höchsten in den fortgeschrittenen Volkswirtschaften und könnte zu inflationsbedingten Druck führen.

Zwei Schlüsselfaktoren, die wahrscheinlich die Verringerung der Inflation beschleunigen werden, sind Energiepreise und eine Rücknahme des weit verbreiteten Preisanstiegs, der im Frühjahr 2023 beobachtet wurde.

Zinsstrategie der Bank von England: Warten auf Daten

Die Bank von England wird voraussichtlich nach März Zinssenkungen in Betracht ziehen und sieht den Bericht zur Geldpolitik im Mai als einen signifikanten Wendepunkt. Bis dahin wird erwartet, dass die Zentralbank genügend Daten gesammelt hat, um fundierte Entscheidungen zu treffen, unter Berücksichtigung des sich ändernden wirtschaftlichen Szenarios.

Diagramm zur Zusammensetzung des CPI im Vereinigten Königreich

Quelle: ONS, Deriv

GBP/USD-Ausblick und Expertenmeinungen

Der Wechselkurs GBP/USD wurde genau beobachtet. Dominic Bunning von HSBC hat den Anstieg des Pfundes von 1,20 USD auf 1,27 USD Ende November kritisiert und hält ihn angesichts der Zinsunterschiede für unbegründet. Bunning erwartet einen möglichen Rückgang des Pfundes auf etwa 1,20 USD im Jahr 2024, was er auf zugrunde liegende Schwächen in der britischen Wirtschaft zurückführt.

JP Morgan prognostiziert, dass das Pfund-Dollar-Paar im ersten Quartal 2024 auf 1,18 fallen wird, wobei eine Erholung auf 1,26 bis Dezember erwartet wird. Die Hauptfaktoren für diese Prognose sind die Dynamik zwischen Inflation und gedämpftem Wachstum im Jahr 2024, die die politischen Entscheidungen der Bank von England steuern werden.

Wirtschaftliche Leistung und Resilienz

Die neuesten Wirtschaftszahlen zeigen einen Rückgang der Produktion, was einen Rückgang von 0,1 % im dritten Quartal (Juli bis September) 2023 anzeigt, angepasst von einer ersten Schätzung ohne Wachstum. Dies folgt auf ein stagnierendes zweites Quartal (April bis Juni) 2023, das ursprünglich auf einen Anstieg von 0,2 % prognostiziert wurde.

Zusammenfassend zeigt die derzeitige Situation im Vereinigten Königreich eine facettenreiche Mischung aus inflationsbedingten Druck, schleppendem Wirtschaftswachstum, fiskalischen Faktoren, bevorstehenden Wahlen und Entscheidungen der Zentralbank.

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