Zölle und Inflation: Werden diese die größten Markttreiber des Jahres 2025 sein?

Die Finanzmärkte steuern derzeit durch stürmische Gewässer, da zwei mächtige Kräfte – Zölle und Inflation – ein komplexes wirtschaftliches Umfeld schaffen. Jüngste Entwicklungen auf den Märkten für Gold und Kupfer verdeutlichen, wie diese Dynamiken das Anlegerverhalten und die Rohstoffpreise beeinflussen. Aber welche der beiden Faktoren wird letztlich für mehr Marktschwankungen sorgen?
Lassen Sie uns das Zusammenspiel dieser wirtschaftlichen Faktoren untersuchen.
Gold steigt, da Zölle und Zinssenkungserwartungen zusammenlaufen
Das als sicherer Hafen geltende Gold befindet sich auf einem Aufwärtstrend, zuletzt gehandelt bei $2.933 mit einem Anstieg von 0,63 %. Dieser Anstieg erfolgt trotz höherer Renditen von US-Staatsanleihen und eines stärkeren US-Dollars – Faktoren, die normalerweise Druck auf die Goldpreise ausüben würden.
Die neuesten US-Inflationsdaten zeigen, dass die Verbraucherpreise im Februar lediglich um 0,2 % stiegen – eine willkommene Abkühlung nach dem Anstieg um 0,5 % im Januar. Dieser mildere Inflationsbericht hat die Markterwartungen bestärkt, dass die Federal Reserve in naher Zukunft Zinssenkungen vornehmen könnte.
Allerdings warnen Marktanalysten davor, dass diese Inflationsverbesserung nur von kurzer Dauer sein könnte. Präsident Trumps aggressive Zollpolitik, die kürzlich 25 % Zölle auf alle US-Stahl- und Aluminiumimporte in Kraft setzen ließ, droht eine zweite Inflationswelle auszulösen, da die Importkosten allgemein steigen.
„Niedrigere US-Inflation könnte der Fed mehr Spielraum für Zinssenkungen verschaffen“, merkten Branchenexperten an und hoben hervor, dass Gold, das keine Erträge abwirft, typischerweise in Niedrigzinsphasen und bei wirtschaftlicher Unsicherheit profitiert.
Kupfermärkte stellen sich auf die Auswirkungen von Zöllen ein
Unterdessen erlebt der Kupfermarkt seine eigenen, von Zöllen getriebenen Dynamiken. Trotz eines jüngsten Rückgangs um 0,8 % auf $4,67 pro Pfund für die Lieferung im Mai liegen die Kupferpreise im Jahr 2025 seit Jahresbeginn 16 % darüber.
Ein präsidialer Erlass von Präsident Trump, der eine Section 232-Überprüfung der Kupferimporte einleitet, hat zu einer erheblichen Markterwartung geführt. Große Händler wie Glencore und Trafigura beeilen sich Berichten zufolge, Kupfer in die USA zu liefern, um potenziellen Zollankündigungen zuvorzukommen – was zu einer interessanten Marktarbitrage führt.
Da die Zölle noch nicht in Kraft getreten sind, besteht ein starker Anreiz, das Metall in die USA zu senden, was laut einer kürzlich veröffentlichten Analyse von Morgan Stanley die Märkte in anderen Regionen verknappt. Die Bank bleibt optimistisch gegenüber Kupfer und bezeichnet es trotz potenzieller Bedenken hinsichtlich der künftigen Nachfrage als ihr bevorzugtes Basismetall.
Diese Zollvorwegnahme hat eine bemerkenswerte Preislücke zwischen der London Metal Exchange (LME) und den Comex-Preisen geschaffen, wobei die US-Kupferpreise mit Aufschlägen von bis zu $1.300 pro Tonne gehandelt werden. Infolgedessen sind die Kupferbestände in den USA auf ihren höchsten Stand seit über sechs Jahren angestiegen.
Inflation vs. Zölle: Die doppelte Bedrohung für die Markstabilität
Das Zusammenführen von Zollpolitiken und Inflationssorgen schafft ein besonders volatiles Umfeld für Investoren. Einerseits wird erwartet, dass aggressive Zölle auf Importe die Kosten in der gesamten Wirtschaft in die Höhe treiben und so eine Inflation wieder entfachen, die sich bereits abzukühlen begann. Andererseits üben anhaltende Inflationsdrucke weiterhin Einfluss auf die Politik der Zentralbanken und die Marktstimmung aus.
Zudem haben sich in den USA erneut Rezessionsängste breitgemacht, nachdem Präsident Trump eingeräumt hat, dass sich das Land in „einer Phase des Wandels“ befindet. Unterdessen kämpft China weiterhin gegen die Deflation, wobei der Verbraucherpreisindex im Februar im Jahresvergleich um 0,7 % gefallen ist – der schnellste Rückgang seit 13 Monaten.
Goldreserven der Zentralbanken steigen
Angesichts dieser Unsicherheit häufen die Zentralbanken weltweit weiterhin Goldreserven an. Der World Gold Council enthüllte, dass die People's Bank of China und die National Bank of Poland in den ersten beiden Monaten des Jahres 2025 10 bzw. 29 Tonnen hinzugefügt haben. Diese anhaltende institutionelle Nachfrage bietet zusätzliche Unterstützung für die Goldpreise, von denen Analysten vermuten, dass sie bald die Marke von $2.950 erreichen könnten.
Die Frage bleibt: Werden Zölle und Inflation die größten Markttreiber des Jahres 2025 sein?
Die kombinierte Auswirkung wird davon abhängen, wie sich die beiden Faktoren entwickeln. Sollten Zölle eine neue Inflationswelle auslösen, könnten die Märkte mit erhöhter Volatilität konfrontiert werden. Sollte sich die Inflation jedoch trotz des Handelsdrucks stabilisieren, könnten andere Kräfte die Führung bei der Gestaltung der Markttrends in diesem Jahr übernehmen.
Technische Analyse: Wichtige Niveaus im Blick
Zum Zeitpunkt des Schreibens steigt der Kupferpreis mit deutlich bullischen Signalen, da die Preise über dem gleitenden Durchschnitt liegen und der RSI stetig ansteigt. Wichtige Niveaus im Aufwärtstrend liegen bei $10.000 und $10.145, während auf der Unterseite Niveaus bei $9.338 und $8.970 zu beobachten sind.
Auch Gold schießt in Reichweite der $3.000-Marke. Trotz klar bullischer Signale deutet ein RSI, der die 70 übersteigt, auf überkaufte Bedingungen und eine mögliche Umkehr hin.
Wichtige Niveaus sind dabei das $3.000-Ziel auf der Oberseite sowie $2.860 und $2.817 auf der Unterseite.
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